SE Somatic Experiencing

«Ein Trauma steckt nicht in einem bestimmten Ereignis, sondern im Nervensystem. Die Lebensentfaltung wird unterdrückt von einem Trauma. Es unterbricht die Verbindung zu uns selbst, zu anderen Menschen, zur Natur und unserer geistigen Quelle»

nach Peter A. Levine

 

«Entscheidend für die Auflösung des Traumas ist die Orientierung im Hier und Jetzt. Deine Gefühle, Dein Befinden und deine inneren Bilder. Somatic Experiencing- SE – ist ein nicht retraumatisierender Ansatz zur Auflösung vielschichtiger, im Körper gespeicherten Traumaerinnerungen. Was zum Zeitpunkt des physischen oder auch seelischen Trauma-Geschehens nicht möglich war, wird wertfrei und neu verhandelt.»

nach Peter A. Levine

 

Die Grundlagen der Arbeit mit SE, ist die von Dr. Stephen Porges erforschte Polyvagaltheorie und die Forschungsarbeit von Dr. Peter A. Levine.

 

Eine bedrohliche Situation, bewusst oder unbewusst wahrgenommen, die zu schnell, zu heftig und zuviel war, um es bewusst in alle Einzelheiten nachvollziehen zu können. Wenn es in diesem Moment nicht möglich war, sich rechtzeitig und gezielt gegen die Gefahr zu wehren oder flüchten, kann es in der Erstarrungsreaktion stecken bleiben. Was längerfristig zu einem Zustand von Hilflosigkeit und Kollaps führen kann. Der Verstand unterscheidet nicht, ob der Bär immer noch vor der Höhle hockt, oder Existenzprobleme, allgemeine Stresssituationen herrschen. Für ihn ist es immer Gefahr.

 

Wenn es sich dann manifestiert in dem Immer-Modus: auf der Lauer (Gefahr), Weglaufen, Kämpfen oder eben Erstarrung, obwohl im Hier und Jetzt keine Gefahr mehr herrscht. Es bleibt sozusagen im Nervensystem hängen.

Peter A. Levine beobachtete, dass Tiere in freier Wildbahn nicht im Trauma oder Schock stecken bleiben, obwohl sie täglich lebensbedrohlichen Situationen ausgesetzt sind. Die hohe Aktivierung (Adrenalinausschüttung), die bei einer Flucht mobilisiert wird, entladen die Tiere auf natürliche Weise.

 

Der Mensch hat diese Fähigkeit auch, nur manchmal findet das Körpersystem den Weg nicht mehr, diese hohe gehaltene Energie im Nervensystem zu entladen. Dadurch können später posttraumatische Symptome entstehen wie:

 

-          Schleudertrauma

-          Depressionen

-          Angstattacken

-          Verdauungsstörungen

-          Wiederholende Unfälle

-          Migräne

-          Burnout,

-          Chronische Schmerzen

-          Körperliche Verspannungen

-          Innere Leere

-          Handlungsunfähigkeit

-          Etc.

 

Die innere Sicherheit geht verloren. Orientierung im Hier und Jetzt, das Erkennen von Ressourcen, das Erleben von einem sicheren Ort, die Erfahrung einer sicheren Begegnung, die Empfindung von einem geerdeten körperlichen Zustand sind Grundpfeiler der Widerherstellung von Beweglichkeit und Rhythmus im Nervensystem.

 

SE arbeitet mit kleinen Schritten, um eine mögliche Retraumatisierung bei der Aufarbeitung zu vermeiden. Die gebundene Energie soll schrittweise entladen werden. Dies geschieht über die körperliche Wahrnehmung, indem wir kleine Übungen machen, kleine Schritte gehen, lernen uns selbst zu regulieren und neue Ressourcen aufzubauen. So kehren wir zu einer Verbindung mit unserem Selbst zurück. Die SE- Traumatherapie wird geprägt davon, zu integrieren, neu zu verhandeln und neue Räume zu schaffen.